
Am 10.01.2008 fand am See Genezareth der 31. Tiberias-Marathon statt. Der See Genezareth liegt in Galiläa (Nordisrael) und ist mit 212 Meter unter dem Meeres-Spiegel nach dem Toten Meer das zweittiefst gelegene stehende Gewässer der Welt. Die LLG Wustweiler nahm mit einem Läufer an der Veranstaltung teil.
Ein Bericht von Simon Mannweiler.
Mittelmäßig! So oder so ähnlich müsste ich auf die Frage nach der Qualität meiner Marathon-Vorbereitung antworten. Eine kleine hinterhältige Verhärtung in der Wadenmuskulatur verwandelte mich im letzten Sommer vom Langstreckenläufer zum Couch-Potato. Anstatt Endlosschleifen über die Wustweiler Bunkerstrecke zu ziehen, „musste“ ich meinen Schwerpunkt auf Dauerschwenken beschränken. Heißt in der Läufersprache: vom Bleistift zum Radiergummi mutieren! Die letzten Wochen vor dem Marathon verliefen problemlos und so konnte ich mit halbwegs ruhigen Gewissen an den Start gehen.
Am Vortag des Wettkampfes die üblichen Wege. Wettkampfbüro, Startnummer abholen, Startbereich in Augenschein nehmen, Pastaparty, Atmosphäre schnuppern.
Marathon-Tag, Um 06.00 Uhr klingelt der Wecker und das schlechte Gewissen ist wie selbstverständlich wieder da. Genug geschlafen? Gut trainiert? Fit? Hat da eben nicht die Achillessehne gejuckt? Nicht doch das ein oder andere Bier zuviel getrunken? Ach was soll’s, eh alles zu spät – los, ab zum See!
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Die kurzen Wege sind die Vorteile kleinerer Marathon-Veranstaltungen. Parken in unmittelbarer Nähe und fünf Minuten später stand man(nweiler) schon an der Startlinie. 5-4-3-2-1-Start. Am östlichen Ufer des See Genezareths Richtung Norden, entlang unzähliger Palmenplantagen. Der seitliche Wind und die saftig grünen Berghänge Galiläas sind ständige Begleiter. Das Läuferfeld hat sich schnell auseinander gezogen. Die vorhandenen Freiräume verleiten mich, wieder den alten Fehler zu begehen: Ich fühle mich fit! Ich laufe (zu) schnell! Selbst wenn man es weiß, ist man nicht in der Lage das Tempo zu drosseln. Schlimm! Bis zum Halbmarathon (Wendestrecke) jeden Kilometer 15 Sekunden unter dem geplanten 5:00 Minuten Tempo. Und wie das im Marathonleben so ist, der eigentliche Wettkampf beginnt ja erst zwischen KM 30 und 35. Nun laufe ich deutlich über den angestrebten Geschwindigkeit und jeder(!) Schritt schmerzt. Wenigstens der Wettergott hat so ab KM 32 ein Einsehen mit uns. Er pfeift den Wind zurück und schickt die Sonne raus. Das 40er Kilometerschild motiviert und tut nochmals richtig gut, weitere 2195 Meter bin ich nach 3:27:59 Stunden schon wieder im Ziel und der Tiberias-Marathon Geschichte. In die Geschichte werden auch ein paar andere Langstreckler eingehen: Erstmals nahmen auch Läufer aus dem benachbarten Jordanien am Tiberias-Marathon teil. Sie wurden vor dem Start mit viel Applaus von den Teilnehmern auf die Strecke geschickt. Wie kann man so schön auf vielen Schildern in Israel lesen: GO IN Peace!
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Insgesamt gab es auf der Strecke Verpflegungsstelle in ausreichender Zahl, ausschließlich handliche Wasserflaschen. Leider keinerlei Obst. Zuschauer verirrten sich nur im Start- und Zielbereich, ansonsten nahmen die Anwohner kaum Notiz von dieser Veranstaltung.
Und noch eine kleine Randnotiz: Der diesjährige kenianische Sieger startete bereits letztes Jahr beim Tiberias-Marathon, damals noch als bahrainischer Staatsangehöriger. Da Bahrain jedoch keine diplomatischen Beziehungen zu Israel unterhält, wurde ihm damals aufgrund seines Starts die Staatsbürgerschaft entzogen.
Shalom Aleichem!
Simon Mannweiler
Informationen auch unter: Informationen - Bilder - Ergebnisliste
Die weiteren Termine im heiligen Land:
16.02.2008: Totes Meer – Halbmarathon
27.03.2008: Jerusalem – Halbmarathon